Diskussion Musikpädagogik 76: Wissenschaftliche Musikpädagogik im Lehramtsstudium Musik

Diskussionen über Entwicklungspläne, Evaluationsprozesse und Modifikationen von Studienplänen sind fixer Bestandteil im Alltag von (Musik-)Universitäten geworden. Oft werden hier Theorie und Praxis als Gegensatzpole betrachtet die es gilt entsprechend auszuloten. So stellt auch für das Fach Musik die Frage nach der Relevanz von wissenschaftlicher Musikpädagogik für Studium und schulische Praxis ein zentrales Problem dar. Ausgehend von einer komprimierten Standortbestimmung der wissenschaftlichen Musikpädagogik werden im Beitrag anhand von allgemeinen Kategorien (Wissensformen, Lernort, handelnde Personen, Bildungsaufgabe) vermeintliche Spannungsfelder zwischen Theorie und Praxis erläutert. Anschließend werden Wege und Beispiele aufgezeigt, welche die Interdependenz von Theorie und Praxis sowie die Bedeutung von musikpädagogischer Forschung und Theoriebildung für das Lehramtsstudium Musik und dem schulischen Musikunterricht erläutern.
Höfer, F. (2017). Wissenschaftliche Musikpädagogik im Lehramtsstudium Musik. Die Bedeutung von wissenschaftsorientierter Reflexion und ihren Relevanzfeldern für die Praxis des Musikunterrichts. Diskussion Musikpädagogik, 75, 38-46.

App-Tipp für Musiklehrer/innen & Musiker/innen

Acapella (Mixchord) für iOS-Geräte (iPhone, iPad) und Android (kostenlos)
Wer kennt sie nicht? Videos, wo der Bildschirm in mehrere Segmente aufgeteilt ist und wo eine oder mehrere Personen einen Part eines Patterns oder Arrangements singen oder spielen. Mit Acapella kann man ein derartiges Video ganz schnell und mit erstaunlich guter Qualität selbst produzieren und wenn man will mit der dazugehörigen Plattform-comunity teilen und sich darüber austauschen. Eine Exportfunktion auf die bekanntesten social media Portale ist ebenso vorgesehen. Startet man die App kann man am untersten Bildschirmrand aus vier Menübereiche auswählen:
  • Feed: Blog mit chronologischer Auflistung aller Videos die öffentlich gestellt wurden.
  • Discover: Suchfunktion mit Suchfeld und Hashtags
  • Acapella: eigentliche App zum Produzieren der Videos
  • Activity: Auflistung aller Aktivitäten auf der Plattform
  • Profil: eigenes Profil und Übersicht über die eigenen Videos
Nun zur eigentlichen App:
  1. Zum Start eines neuen Projekts wählt man aus, ob man mit einem registrierten User („Registriert Zusammenarbeit“) gemeinsam arbeiten möchte oder alleine („Neues Video aufzeichnen“) ans Werk geht.
  2. Layout auswählen: Dieses entscheidet auch über die Anzahl der Teilfenster (=Anzahl der Parts/Stimmen).
  3. Aufnahmezeit: Angabe der ungefähren Länge der Aufnahme, maximal steht eine Minute zur Verfügung. Mit „ok“ bzw. „Nächstes“ bestätigen.
  4. Klick auf das +-Logo eines Fensters um die Kamera zu aktivieren. Mit klick auf den roten Aufnahmebutton startet ein Countdown und anschließend die Aufnahme. Für die Aufnahme bitte unbedingt mit Kopfhörer arbeiten, nur so werden die Overdubs sauber aufgenommen! Klicken Sie nochmals auf den Button um die Aufnahme zu beenden. Ist man mit der Aufnahme zufrieden klickt man auf „Fortfahren“ und das grüne Logo mit dem „Hackerl“ rechts oben.
Zur Steuerung und Editierung werden im unteren Bildschirmbereich folgende Menüs bereitgestellt:
  • Play mit Timeline und Pausefunktion
  • Lautsprecher: Anpassung Lautstärke, Schwenkung (Panorama rechter oder linker Audiokanal), Hall, Tonhöhe, Echo.
  • Bildbearbeitung
  • Umrahmung (grafische Möglichkeiten und Farben auswählen)
  • Beschriftung, Wasserzeichen
 

Symposium “Klavierpraxis im Fokus des modernen Musikunterrichts”

Anwendungsbezogenes Klavierspiel in seinen vielfältigen Ausformungen ist ein zentraler Bestandteil des künstlerisch-praktischen Anforderungsprofils für Musiklehrende. Die erfolgreiche Umsetzung der dafür erforderlichen klavierpraktischen Kompetenzen im Musikunterricht basiert im Besonderen auf der Beherrschung spezieller spieltechnischer und stilistischer Fertigkeiten (z.B. Begleitmodelle). Die komplexen Anforderungen an ein qualitativ hochwertiges und künstlerisch anspruchsvolles Klavierspiel im Unterricht stehen jedoch gegenwärtig im Widerspruch zum „Nebenfachcharakter“, der klavierpraktischen Kompetenzen in den meisten Ausbildungskonzeptionen, curricular in der Regel auf eine entsprechende Lehrveranstaltung (z.B. Klavierpraktikum) fokussiert bzw. reduziert, anhaftet. In Rahmen der Tagung wird die Klavierpraxis im Musikunterricht aus theoretischer sowie praktischer Sicht beleuchtet und diskutiert. Dabei sollen u.a. ein umfassendes Anwendungsprofil (Instrumental-/Gesangsunterricht in Musikschulen, elementare Musikpädagogik u.v.m.) erarbeitet und weiterführende methodische sowie curriculare bzw. institutionelle Fragestellungen behandelt werden.
TAGUNGSPROGRAMM

Musikalarm: Musikunterricht an Volksschulen oft sehr mangelhaft

Die AGMÖ und der Musikrat Österreich fordern unter ihrer Initiative "Musikalarm" umfassende Verbesserungen für den Musikunterricht an österreichischen Volksschulen:
  • Realisierung eines flexiblen Fachlehrerprinzips für musisch- künstlerische Fächer an Volksschulen
  • 1.) Einrichtung musikalischer Schwerpunktstudien für Volksschulpädagog/innen an allen Pädagogischen Hochschulen 2.) Einrichtung von Erweiterungsstudien an den Pädagogischen Hochschulen für Absolvent/innen und Studierende von Musikuniversitäten (z.B. IGP Instrumental- und Gesangspädagogik mit Erweiterungsstudium Volksschule), um diese als Fachlehrkräfte in der Volksschule einsetzen zu können.
    • Dienstrechtliche Regelungen zur Zulassung von Absolvent/innen von musikalischen Masterstudiengängen zur Lehre an allen Schulen  (z.B. "Rhythmik und Bewegungserziehung, IGP mit Schwerpunkt "Elementare Musikpädagogik")
    • Ausweitung des Musikunterrichts an Volksschulen auf 2 Wochenstunden
    • Ausreichende Ausstattung von Räumlichkeiten und Lehrmitteln.
    Positionspapier des ÖMR zur musikalischen Bildung   Presseaussendung